Wichtige Fördermittel bleiben ungenutzt – 60.000 Euro fehlen der Freien Szene

Sitzung Kulturausschuss zur Kulturförderung Dresden, August 2025

Die Kulturförderung Dresden gerät erneut unter Druck: Am 12. August 2025 tagte der Kulturausschuss der Landeshauptstadt Dresden, um über die verbleibenden Förderentscheidungen zur institutionellen Förderung und zur Projektförderung im zweiten Halbjahr 2025 zu entscheiden.

Hintergrund zur Entscheidung

Mit dem Doppelhaushalt 2025/26 hatte der Stadtrat bereits Ende März deutliche Kürzungen im Kulturbereich beschlossen – ein Einschnitt, der viele Einrichtungen der Freien Szene empfindlich traf.

Gleichzeitig wurden 279.000 Euro zusätzlich zur Verfügung gestellt, um dringend notwendige Investitionen zu ermöglichen, Härtefälle abzufedern und bislang nicht berücksichtigte Anträge doch noch zu berücksichtigen.

Die Beschlüsse sind öffentlich im Ratsinformationssystem Dresden einsehbar.

Verzögerung im Ausschuss

Ursprünglich sollte die Entscheidung über die Verteilung der zusätzlichen Mittel sowie über die Projektförderung für das zweite Halbjahr 2025 bereits im Juni fallen. Aufgrund unterschiedlicher Positionen innerhalb des Ausschusses wurde der Beschluss jedoch vertagt. Die Folge: Über mehrere Wochen herrschte Unsicherheit – und das mitten in der Hauptsaison. Einige Vereine konnten geplante Vorhaben nicht umsetzen oder mussten Veranstaltungen absagen. Auch freischaffende Künstler:innen waren von Einnahmeausfällen betroffen.

Entscheidung im August – aber mit Einschränkung

Im Kulturausschuss konnte nun endlich über die Verteilung dieser Mittel abgestimmt werden. Vergangene Woche stand die Entscheidung erneut auf der Tagesordnung, Grundlage war diesmal ein interfraktioneller Antrag von SPD, CDU und Bündnis 90/Die Grünen.

Doch rund 60.000 Euro wurden letztlich nicht vergeben.
Damit fällt die Kulturförderung für die Freie Szene am Ende noch geringer aus als möglich – obwohl der zur Verfügung stehende Haushalt mehr erlaubt hätte.

Einschätzung zur Kulturförderung Dresden: Netzwerk Kultur bezieht Stellung

Das Netzwerk Kultur Dresden begrüßt, dass der Kulturausschuss nun zu einer Entscheidung gelangt ist – ein wichtiger Schritt für viele Einrichtungen, Projekte und Kulturschaffende, die auf klare Perspektiven angewiesen sind.. Wir danken der Verwaltung sowie den Ausschussmitgliedern, die sich für eine sachorientierte Lösung eingesetzt haben. Zugleich betrachten wir mit Sorge, dass die im Haushalt vorgesehenen Mittel nicht vollständig ausgeschöpft wurden. Diese Entwicklung trifft nicht nur einzelne Träger, sondern wirft auch Fragen zur Verlässlichkeit der Kulturförderung insgesamt auf.

Warum es jetzt klare Entscheidungen braucht

Dass Dresden als “Kulturhauptstadt Sachsens” oder gar “Kulturmetropole europäischen Ranges” wahrgenommen wird, ist keine Selbstverständlichkeit. Es ist das Ergebnis einer strategisch klugen Kulturpolitik der vergangenen drei Jahrzehnte, die die enormen Potenziale der städtischen Kultureinrichtungen wie auch der Freien Kulturszene erkannt und gezielt gefördert hat. Dieses Zusammenspiel hat ein lebendiges, innovatives Kulturangebot hervorgebracht, das die Stadtgesellschaft stärkt und jährlich Hunderttausende Menschen anzieht. Diese Vielfalt gilt es zu sichern – mit klaren kulturpolitischen Entscheidungen.

Unsere Forderung:

  • Wir setzen uns für eine sachorientierte und verlässliche Kulturförderung ein.
  • Demokratisch beschlossene Haushaltsmittel sollten vollständig und zweckgebunden vergeben werden.
  • Die Freie Szene braucht Planungssicherheit, nicht neue Unsicherheiten.
  • Bereits in einem gemeinsamen offenen Brief 2024 haben wir für eine verlässliche Kulturpolitik geworben – viele der damaligen Anliegen sind weiterhin aktuell. 👉 Offener Brief für eine starke Kulturstadt Dresden

Städtische Kultureinrichtungen und Freie Szene bilden gemeinsam das kulturelle Rückgrat Dresdens – und verdienen eine verlässliche Kulturpolitik, die Bestand sichert und Vielfalt stärkt. Eine faire, langfristige Kulturförderung in Dresden sichert die Zukunft der gesamten Szene.